Pressemitteilung

Vortrag beim Symposium an der Universität Wien

Im Rahmen eines Symposiums an der Universität Wien war Elisabeth Pietsch, Öffentlichkeitsbeauftragte der Kirche in Österreich am Samstag, den 19.Juni 2010 eingeladen einen Vortrag zum Thema Alter und Altwerden aus Sicht der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Tage zu halten.

Unter den Zuhörern waren unter anderem Vertreter der Universität Wien, Religionswissenschaftler, sowie Vertreter von Krankenanstalten und Pflegeheimen zu finden. Das zweitägige Symposium wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Religionswissenschaften (ÖGRW) und dem Institut für Religionswissenschaft der Universität Wien veranstaltet. Das Symposium widmete sich dem in der heutigen Gesellschaft besonders aktuellem Problem des Alterns und Altwerden. Das Symposium thematisierte dazu aus religionswissenschaftlicher Perspektive und informierte über Zugänge der verschiedenen Religionen zu diesem Thema. Traditionelle Sichtweisen ebenso wie aktuelle Entwicklungen und Zugänge wurden in Vorträgen und Arbeitskreisen beleuchtet.

Nach einer kurzen Vorstellung der Kirche, die mit Ende 2009 weltweit 13,8 Millionen Mitglieder umfaßt, erläuterte Elisabeth Pietsch Theologisches und Praktisches zu dem umfassenden Thema und zitierte unter anderem aus den Heiligen Schriften und auch Aussagen von Kirchenführern. Hier finden Sie stichwortartig einige Auszüge aus dem Vortrag:

Gebot der Liebe

Im Neuen Testament in Matthäus 19:19 antwortet Christus dem jungen Mann auf die Frage, was muß ich Gutes tun um ewiges Leben zu gewinnen, unter anderem: „Ehre Vater und Mutter!“ Und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

Gebot die Eltern zu ehren

Das fünfte Gebot ist auch ein Gebot mit einer Verheißung: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ (Exodus 20:12)

„Das Gebot, die Eltern zu ehren, zieht sich wie ein Faden durch das ganze Gewebe des Evangeliums. Es ist ja schon in unserer Beziehung zu Gott, unserem Vater, verankert.“ (Apostel Dallin H. Oaks – Generalkonferenz Frühjahr 1991)

Rechtschaffen zu leben

„Für die Eltern kann kein gekauftes Geschenk auch nur im Geringsten denselben Wert haben wie ein einfaches, aufrichtiges Wort der Wertschätzung. Nichts, was wir ihnen geben können, wäre für sie wertvoller, als daß jedes ihrer Kinder rechtschaffen lebt.“ (The Teachings of Spencer W. Kimball, Seite 348 – zitiert von Apostel Dallin H. Oaks – Generalkonferenz Frühjahr 1991.)

Im dritten Brief des Johannes, Vers 4 lesen wir: „Ich habe keine größere Freude, als zu hören, daß meine Kinder in der Wahrheit leben.“

Wertigkeit der Familie - Ewigkeitsperspektive

„Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden / das Herz der Söhne ihren Vätern, damit ich nicht kommen und das Land dem Untergang weihen muss.“ (Altes Testament Maleachi, 3: Vers 24) Die Mitglieder der Kirche glauben, dass Familien für immer verbunden bleiben können. Wie Maleachi offenbarte, muss es ein Band, eine Verbindung, zwischen Kindern und Eltern geben. Durch den Glauben: „Die Familie lebt ewig“ wird die innere Bindung zu Eltern, Großeltern und Vorfahren besonders gestärkt. Denn die Wertigkeit der Familie stellt eine zentrale Rolle dar. Grundsätze christlicher Lebensführung können am besten innerhalb der Familie veranschaulicht und praktiziert werden.

Eigenverantwortliche Lebensweise: z.B. „Das Wort der Weisheit“

„Das Wort der Weisheit“- LuB2 Abschnitt 89, ein vom Herrn zum körperlichen und geistigen Nutzen der Gläubigen offenbart (1833 an Joseph Smith in Kirtland, Ohio). Es gilt für alle Mitglieder zum Beispiel:

NEIN zu Drogen, Alkohol, Nikotin, Kaffee, schwarzer Tee

JA zu „alle Körnerfrucht ist gut als Nahrung für den Menschen“ (LuB2 89:16)

„und eine jede Frucht zu ihrer Jahreszeit“ (LuB2 89:11)

„Und alle Heiligen, die sich dieser Worte erinnern und sie befolgen und tun und die in ihrem Wandel den Geboten gehorchen, werden Gesundheit empfangen in Ihrem Nabel und Mark für ihre Knochen und werden Weisheit und große Schätze der Erkenntnis finden, selbst verborgene Schätze, und werden laufen und nicht ermüden und werden gehen und nicht ermatten.“ (LuB2 89:18-20)

„Bleiben Sie körperlich in Form, gesund und aktiv. Uns begeistern die Anstrengungen vieler älterer Mitglieder, im fortgeschrittenen Alter gesund zu bleiben. Wir sehen viele jeden Morgen laufen. Wir hören, daß andere zu Hause Sportgeräte haben. Andere nehmen sogar an Marathonläufen teil und schneiden gut ab. Wieder andere bleiben durch regelmäßiges Schwimmen fit…“ (Präsident Ezra T. Benson Generalkonferenz, Oktober 1989.)

Ausdauer im Glauben und in Rechtschaffenheit

„Blickt her zu mir, und harrt bis ans Ende aus, so werdet ihr leben; denn dem, der bis ans Ende ausharrt, werde ich ewiges Leben geben.“ (Buch Mormon 3. Nephi 15:9.)

Aufgaben in der Kirche für ältere Gläubige

“In Ihren goldenen Jahren gibt es so viel zu tun und so viel, was Sie sein können. Ziehen Sie sich nicht vom Leben zurück und lehnen Sie sich nicht zurück. Das wäre für viele von uns vergebens und egoistisch. Vielleicht sind Sie auf Mission2 gewesen und nach Ihrer Entlassung der Meinung, Sie hätten nun Ihren Dienst in der Kirche abgeschlossen. Sie werden jedoch nie daraus entlassen, im Evangelium aktiv zu sein. Der Herr hat gesagt: „Wenn ihr den Wunsch habt, Gott zu dienen, seid ihr zu dem Werk berufen.“ (LuB2 4:3.)“ (Generalkonferenz Frühjahr 2003: Die goldenen Jahre – Apostel Boyd K. Packer - Amtierender Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel)

“Und siehe ich sage euch dies, damit ihr Weisheit lernt, …, daß, wenn ihr im Dienste eurer Mitmenschen seid, ihr nur im Dienste Eures Gottes seid.“ (Buch Mormon Mosiah 2:17)

Solange es Gesundheit und Kraft zulassen, ist es für ältere Mitglieder möglich eine Mission2 zu erfüllen; gerade hier können die Fähigkeiten, Erfahrungen, professionellen Kenntnisse und Talente von älteren Mitgliedern einen großartigen Beitrag für die Mitmenschen zu leisten. Diese Missionen sind zumeist auf 18 bis 23 Monate begrenzt und können viele Bereiche umfassen, z.B.: humanitäre und medizinische Einsätze bei Hilfsprojekten, im Bildungsbereich, und vieles mehr.

Betreuung von älteren Menschen im Rahmen der Familie

„Auch wenn unsere Eltern älter werden, müssen wir sie ehren, indem wir ihnen möglichst lange Entscheidungsfreiheit und Selbständigkeit zugestehen. Nehmen wir ihnen die Entscheidungen, die sie noch treffen können, nicht ab. Oft sind Eltern in der Lage bis ins hohe Alter für sich selbst zu sorgen, und würden dies auch lieber tun. Wenn sie es können, lassen Sie sie es tun.

Wenn ihre Fähigkeit abnimmt, selbständig zu leben, kann die Hilfe der Familie, der Kirche und des Gemeinwesens in Anspruch genommen werden. Und wenn sie überhaupt nicht mehr für sich sorgen können, nicht einmal mehr mit der Hilfe anderer, kann im Haus eines Familienangehörigen für sie gesorgt werden, sofern das möglich ist. Auch die Kirche und das Gemeinwesen können dann helfen." (Präsident Ezra T. Benson, Generalkonferenz, Oktober 1989)

„Wenn betagte Eltern, die nicht mehr allein leben können, eingeladen werden, bei ihren Kindern zu wohnen, bleiben sie im Kreis der Familie, und das macht es ihnen möglich, ihre enge Beziehung zu allen Angehörigen aufrechtzuerhalten. Wenn Eltern bei einem der Kinder wohnen, sollen die übrigen Kinder es so einrichten, daß sie an den Lasten ebenso wie an den Segnungen dieses Arrangements ihren Anteil haben. Wenn es nicht möglich ist, daß die Eltern bei den Kindern wohnen, und deshalb die Unterbringung in irgendeiner Art Heim nötig ist, müssen die Kinder daran denken, daß die Fürsorge im Heim hauptsächlich auf das leibliche Wohl ausgerichtet ist. Die Angehörigen müssen dann regelmäßig Besuche machen und den Kontakt pflegen, um für den geistigen und seelischen Unterhalt und die Liebe zu sorgen, die es in der Familienbeziehung geben muß - während des irdischen Daseins und in alle Ewigkeit.“ (Apostel Dallin H. Oaks – Generalkonferenz Frühjahr 1991)

„Denken Sie daran, wir sind für unsere Eltern und Großeltern verantwortlich, und wir müssen nach besten Kräften für sie sorgen. Wenn ältere Mitglieder keine Kinder haben, so müssen die Priestertumsführer und die FHV - Leiterinnen3 alle Anstrengungen unternehmen, um ihren Bedürfnissen auf eine gleiche, liebevolle Weise gerecht zu werden." (Präsident Ezra T. Benson - Generalkonferenz, Oktober 1989.)

Wertigkeit der Familie - Ewigkeitsperspektive

Die Verheißung der „ewigen Familie“ ist eine wichtige Botschaft des Evangeliums. Liebe, die wir hier auf Erden aufgebaut haben, kann für immer bestehen bleiben. Der größte Trost dabei ist, dass auch der irdische Tod uns nicht von unseren Liebsten trennen kann.

[1] LuB = Abkürzung für das Buch Lehre und Bündnisse
[2] Mission bedeutet seine ganze Zeit in den jeweiligen Dienst zu stellen; oft auch im Ausland.
[3] FHV = Frauenorganisation in der Kirchengemeinde

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.