Pressemitteilung

Historischer Besuch bei den Heiligen in Lettland

Am 17. März 1993 weihte Elder James E. Faust vom Kollegium der Zwölf Apostel, den Rücken der Ostsee zugewandt, Lettland für die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi. Nur ein paar wenige Missionare und neue Mitglieder waren zugegen.

Sechzehn Jahre später, am 29. August 2009, war Elder L. Tom Perry vom Kollegium der Zwölf der zweite Apostel, der Lettland besuchte. Elder Ronald A. Rasband, der dienstälteste Präsident in der Präsidentschaft der Siebziger, und Elder Wolfgang H. Paul, Siebziger und Präsident des Gebiets Europa Ost, begleiteten Elder Perry bei seinem Besuch. Schwester Barbara Perry, Schwester Melanie Rasband und Schwester Helga Paul waren ebenfalls dabei.

In Begleitung von Douglas L. Dance, dem Präsidenten der Baltikum-Mission, starteten sie ihre Reise durch Lettland, indem sie zunächst in der Hauptstadt Riga die Sehenswürdigkeiten von historischer, architektonischer und religiöser Bedeutung besichtigten. Nachdem er gesehen hatte, welch tragische Opfer die Befreiung des Landes gefordert hatte, beglückwünschte Elder Perry die Bewohner Lettlands zu ihrer fabelhaften Einstellung und ihrer Bereitschaft, die Botschaft des Evangeliums zu vernehmen.

Im Zweiten Weltkrieg war Lettland nichts als eine Schachfigur im Spiel der Weltmächte. Es wurde ein Satellitenstaat der Sowjetunion. Da sich das Land auf einer wichtigen Handelsroute zwischen Ost und West befindet, fielen ausländische Mächte dort jahrhundertelang immer wieder ein und rissen die Herrschaft an sich. Die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung kostete insbesondere im 20. Jahrhundert viele Letten das Leben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Lettland für einen kurzen Zeitraum unabhängig, doch erst nach Auflösung der Sowjetunion im Jahre 1991 konnte die demokratische und unabhängige Republik Lettland erneut gegründet werden.

Dank dieser Unabhängigkeit gehörte Lettland zu den ersten Staaten Osteuropas, die das Evangelium empfingen. Die ersten Missionare kamen am 17. Juni 1992 nach Riga. Ein paar Monate später öffnete Elder Faust Lettland für die Verkündigung des Evangeliums. Seit dem Tag haben fast 50 junge Lettinnen und Letten überall auf der Welt eine Vollzeitmission erfüllt oder sind noch dabei. Über 800 Mitglieder der Kirche gehören sechs Zweigen an, die von lettischen Priestertumsführern und Schwestern geleitet werden. Elder Gvido Senkans, eines der ersten Mitglieder Lettlands, ist nun ein Gebietssiebziger. Die Kirche hat zwei Gemeindehäuser in Lettland – eines in Riga, und das zweite wird bald in Libau geweiht. Familien werden aneinander gesiegelt und ihre Kinder werden getauft. Mitglieder der zweiten Generation helfen den frisch Bekehrten beim Aufbau der Kirche in Lettland.

Während seines historischen Besuchs kamen Elder Perry, Elder Rasband und Elder Paul mit den Missionaren der Baltikum-Mission in Riga zusammen und sprachen zu ihnen. Am Morgen trugen sie den Missionaren auf, mit dem Buch Mormon das Herz der Bevölkerung zu erreichen, sich von jedermann Namen geben zu lassen, damit stets jemand da ist, dem sie die Lektionen geben können, und aus der Gemeinschaft mit ihrem Mitarbeiter Kraft zu schöpfen und so zu einem meisterhaften Lehrer zu werden.

Später an diesem Tag fand eine Versammlung mit Mitgliedern und Untersuchern statt. Eine Dreiviertelstunde vor der Versammlung waren bereits über 400 Mitglieder aus dem gesamten Baltikum in Riga zusammengekommen. Viele von ihnen waren stundenlang mit Bus, Bahn oder Auto unterwegs gewesen. Sie freuten sich sehr, dass sie zum ersten Mal im Leben die Gelegenheit hatten, von einem Apostel und anderen Dienern des Herrn im eigenen Land unterwiesen zu werden.

Bei einem Ehepaar, das sich im Juli 2008 hatte taufen lassen, war der Wunsch so groß, an der Versammlung teilzunehmen, dass sie zwei Wochen lang beteten, es möge sich ihnen eine Möglichkeit dazu eröffnen. Oskars Straupmanis hatte nämlich erfahren, dass er an diesem Tag arbeiten musste, und außerdem war das Auto kaputt. Ihr Gebet wurde erhört: Zuerst bot ein Arbeitskollege von Bruder Straupmanis ihm an, seine Schicht zu übernehmen, und dann lieh ein Verwandter ihnen sein Auto, weil sie ihm bei der Reparatur geholfen hatten. Bruder Straupmanis gab bewegend Zeugnis, was für ein Segen es war, dass er dabei sein und die Worte von Elder Perry hören konnte. Sein Zeugnis von der Macht des Gebets wurde gestärkt, und er ist nun zuversichtlicher, dass seine Frau und er durch Gebet und Fasten die Hilfe erhalten, die sie brauchen, um ihre Probleme zu lösen.

Elder Paul und seine Frau, Elder Rasband und seine Frau und Schwester Perry sprachen ebenfalls über das Evangelium Jesu Christi und gaben Zeugnis davon. Nach dem Gesang eines JAE-Chors erklärte Elder Perry den Mitgliedern, wenn sich jemand taufen lasse, gehöre er zur riesigen Familie der Kirche. Er sagte, Christus habe die Kirche für Zeit und alle Ewigkeit aufgerichtet. Elder Perry verhieß den Mitgliedern, wenn sie ihre Freunde und Nachbarn einlüden und glaubenstreu blieben, würden sich die Fenster des Himmels öffnen und Segen auf sie herabgeschüttet werden. Er gab Zeugnis, dass Thomas S. Monson der Prophet ist, den Gott zu dieser Zeit erwählt hat, und dass der Erretter das Oberhaupt dieser Kirche ist.

Er erklärte den Mitgliedern, dass sie Lettland für diejenigen vorbereiten, die nach ihnen kommen – ihre Kinder und Enkelkinder. Er sagte: „Gehen Sie auf andere zu und bauen Sie die Kirche auf, damit Gemeinden und Pfähle entstehen.“

Henrihs, Vera und Lidija Spalvens waren aus Dünaberg nach Riga gekommen. Nach der Versammlung meinte Schwester Spalvens: „Ich weiß, dass Elder L. Tom Perry von Gott berufen wurde. Ich weiß, wie tiefgründig diese einfachen Worte über unser Leben und das Wachstum der Kirche sind. Dank dieser Versammlung bin ich sicher, dass unser kleiner Zweig bald zu einem Pfahl gehören wird.“
„Während der Versammlung und danach verspürten wir einen besonderen Geist“, ergänzte Bruder Spalvens. „Unser Herz war für jedes Wort und jede Geste des Apostels offen. Seine Augen strahlten eine große Liebe aus.“

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Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.